Ansitzfotografie: Bussarde im Winter fotografieren (5)

Nachdem in den vier vorangegangenen Artikeln bereits allgemeines zum Thema Greifvogelfotografie und den Fragen

Warum eine Ansitzhütte bauen? und
Wo baue ich eine Ansitzhütte? und
Wen frage ich um Erlaubnis? und
Wie baue ich eine Ansitzhütte

behandelt wurde, geht es nun um die Frage:

Womit darf man anfüttern und wo bekommt man es her?

Vielleicht direkt zu Anfang: Man darf NICHT mit alten Schnitzeln, Tiefkühl-Hähnchen aus dem Aldi oder irgendwelchen Schlachtabfällen anludern!

Am besten schließt man sich mit den Jägern kurz, die im Gebiet der Hütte die Jagd ausüben. Es ist schlichtweg so, dass nur Dinge im Revier gefüttert werden dürfen, die auch aus dem Revier stammen. Also ist man auf Innereien, die der Jäger nicht benötigt, angewiesen.

Ich habe das große Glück, das man meinem Vorhaben wohlgesonnen gegenübersteht, und darüber hinaus ein Jäger gleichzeitig auch noch Metzger ist ... daher bekomme ich bei Bedarf wohlportionierte Happen, praktisch eingetütet und tiefgefroren. Das Ganze kann ich dann nach Bedarf auftauen und anbinden.

Was eignet sich zum Anfüttern?

Herz und Lunge eignen sich am besten. Damit haben die Vögel eine Weile zu tun und können sich nicht einfach einen großen Brocken rausreißen und verschwinden ...

Wie und wo befestigt man das Fleisch?

Damit das Foto möglichst realistisch ausschaut, suche ich mir einen vor einiger Zeit "natürlich" abgebrochenen und schon verwitterten Baumstamm. Diesen stelle ich in idealer Fotodistanz vor der Hütte auf. Um zu verhindern, dass Hunde oder Füchse das dort angebundene Fleisch erreichen, binde ich es in einer Höhe von ca. 1,70 Metern an. Damit das angebundene Fleisch am Foto nicht sichtbar ist, befestige ich aus Sicht des Fotografen quasi "hinter" dem Baumstumpf einen Eisenwinkel (Baumarkt, zur Verbindung von Balken) an dem dann das Luder mit Draht fest angebunden wird. Und zwar so, das es aus der Hütte heraus nicht sichtbar ist sondern vom Baumstumpf verdeckt wird.

anfuettern_baumstamm

Stichwort: Jagdabfälle

Wenn man den Anblick (und Geruch) von toten Tieren nicht gewohnt ist, kann es schon ganz schön spannend werden, wenn es ans Abholen von "Jagdabfällen" geht. Der Jäger als solcher hat ja lange jegliche Scheu verloren, schließlich ist der Anblick und Geruch sein täglich Brot.

Ich habe jedenfalls einmal einen Eimer mit Innereien eines Rehs bekommen, wo zur Krönung der Kopf des Tieres auch noch obenauf lag. Das ganze war tiefgefroren und somit habe ich den Eimer in der Garage über Nacht auftauen lassen.

Am nächsten Morgen habe ich dann den Kopf des Tieres angehoben (nach mehreren Anläufen) um ihn zu entfernen und zu sehen, was sonst noch in dem Eimer ist. Tja, was musste ich feststellen? Nur, dass das Fell bis hin zum Spiegel und somit zum After noch daran hing. Damit war ich dann doch etwas überfordert!

Ansonsten befanden sich noch die Vorderläufe, Magen, Blase und Gedärme in dem Eimer. Leider konnte ich somit mit dem kompletten Inhalt des Eimers nicht viel anfangen. (Ich möchte den Spaziergänger kennen lernen, der einen auf 1,70 m Höhe angebrachten Rehkopf zehn Meter neben einer kleinen Hütte nicht wenigstens irritierend findet ... ;-)

Was habe ich daraus gelernt? Klare Ansagen machen! Nicht einfach nach Abfällen jeder Art fragen, sondern gezielt nach bestimmten Organen, wie Herz oder Lunge.

Zum Schluss, wie immer:

Schon in ein paar Tagen werde ich hier unter der Rubrik "Ansitzfotografie" den nächsten letzten Artikel veröffentlichen, der sich mit der Frage befasst, wann (zu welcher Jahreszeit) man am besten Greife anfüttern kann.

Da ich keineswegs ein alter Hase oder gar ein Experte auf diesem Gebiet bin, sondern mich nach nur einem Winter in der eigenen Ansitzhütte eher als Anfänger sehe, kann ich nicht für die Richtigkeit oder gar Rechtsverbindlichkeit meiner Vorgehensweise garantieren. Ich berichte hier bloß von meinen eigenen Erfahrungen. Sie haben unter dem Artikel die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen, machen Sie davon Gebrauch um diese Ausführungen zu ergänzen und zu berichtigen. Auch Fragen zum Thema bitte ich nicht per E-Mail zu stellen, sondern hier öffentlich zu verfassen. So haben alle Leser etwas davon.

„Ansitzfotografie: Bussarde im Winter fotografieren (5)“ wurde geschrieben am 17.02.2008 | 18:58:48.

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